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Donnerstag, 1. Januar 2015

Neues Jahr- noch mehr Fotos!

GESTERN WAR ES SOWEIT: das Jahr 2014 neigte sich dem Ende zu. Das bevorstehende Feuerwerk hat Benoît und mich dazu inspiriert auch etwas künstlerisches mit Licht zu machen, was man im Idealfall mit der Fotographie verbinden kann. Da kam uns das "lightpainting" also das Malen oder Schreiben mit Licht in den Sinn. Schon öfters habe ich in Youtube Videos davon gehört aber noch nie habe ich mich an diese Sache heran gewagt. Zum einen fehlte mir bis vor ein paar Monaten die technische Ausrüstung (Kamera, Stativ usw.), zum anderen auch die Ideen für eine kreative Umsetzung. Kamera und Stativ habe ich mittlerweile, jetzt brauche ich nur noch ein paar Ideen was wir mit dem Licht machen...."was kann man schreiben?" "muss ich spiegelverkehrt schreiben?". Noch einmal sah ich mir verschiedene Youtube-Videos an und achtete nun ganz genau darauf, was die Fotografen mit ihren Taschenlampen und Wunderkerzen anstellten. In einem Video von Benjamin Jaworskyj, einem Fotograph aus Berlin, sah ich, dass man auch das Licht einer brennenden Wunderkerze sehr gut für diesen Effekt des lightpainting benutzen kann. In diesem Fall empfiehlt sich allerdings die Schreibschrift, wenn man ein Wort mit Licht schreiben will, da man sonst die Linie zwischen den Buschstaben sieht. Bei der Taschenlampe kann man diesen Umstand umgehen, wenn man nach jedem Buchstaben den man mit der Taschenlampe geschrieben hat, die Hand vor die Lampe hält und dann erst mit dem nächsten Buchstaben beginnt. Für unseren ersten Versuch sind wir mit unseren Ergebnissen ganz zufrieden, aber wir werden sicherlich noch öfter etwas mit Licht machen, denn ich mag diesen Effekt echt gerne. Wenn man sich intensiv damit beschäftigt kann man sicher ganz tolle und verrückte Sachen damit anstellen :)
Das ist ein Teil unserer Ausbeute:  Beide Bilder: ISO 100 und 25 sek. Belichtungszeit
In diesen 25 Sekunden hat man dann Zeit mit einer Wunderkerze oder anderen Lichtquellen eine Wort oder ein Symbol in die Luft zu schreiben/malen. Es ist doch schwieriger als es zunächst aussieht, aber wenn man einmal weiß wie es geht und worauf es ankommt ist es echt eine lustige Sache und macht wirklich Spaß ;) Wir hoffen ihr seid auch gut ins neue Jahr gekommen und hattet Spaß am Feuerwerk. Ich war zum Jahreswechsel in Eupen (Belgien) bei Benoît. Dort haben wir uns samt Equipment auf der Terrasse ausgebreitet und uns für das große Feuerwerk aufgestellt. 23:56 Uhr: Alles steht bereit, Stative stehen, Kameras haben einen vollen Akku. Julia macht die Nikon D5200 an...upps keine Speicherkarte enthalten :D die steckt wohl vom lightpainting Shooting noch im Laptop von der Übertragung. Auf die letzte Minute noch schnell die Speicherkarte eingesetzt- jetzt kann es aber endlich losgehen!!


Es muss ein lustiger Anblick gewesen sein, als wir gestern dort wie festgefroren auf der Terrasse standen und wie hypnotisiert auf die Bildschirme unserer Kameras starrten, in der Hoffnung "das EINE" Foto im Kasten zu haben. Es knallte ca. 30 Minuten- viel zu kurz fanden wir, wenn man erst einmal im flow ist :P Das hier sind ein paar unserer Feuerwerk Bilder:
Damit erst mal genug und bis zum nächsten Mal, wenn wir Bilder aus dem Hohen Venn (Belgien) hochladen...ich liebe Winterlandschaften :D
Benoît & Julia


Mittwoch, 12. November 2014

Waldspaziergang

Wie fast jedes Wochenende gehen Benoît und ich in Belgien wandern/spazieren. Dabei vereinen wir unsere Leidenschaft für die Fotographie mit Geographie, Geologie und der Bewegung an der frischen Luft. Dabei dürfen natürlich unsere Kameras nicht fehlen. Ich Schussel hab natürlich meine Kamera zu Hause liegen lassen, also zogen wir mit Benoîts Kameras los. Er knipste mit der Nikon D3200, ich war mit der kleinen Sony Nex 7 unterwegs. Bei Ternell in der Nähe des hohen Venns machten wir Halt und gingen entlang eines ausgeschilderten Wanderpfades in den Wald. Dort haben wir es besonders auf Pilze, Moose und alte Baumstämme abgesehen. Ich liebe vor allem Pilze, ich weiss nicht warum aber immer wenn ich an einem Pilz vorbeikomme kann ich nicht anders als stehen zu bleiben und ein Foto zu machen. Ich finde sie haben etwas mystisches. Einsam stehen sie unter den großen Baumriesen und ziehen mit ihren leuchtenden Farben oder ihren bizarren Formen alle Blicke auf sich.
Dieses Exemplar ist mir nur durch Zufall aufgefallen, gut versteckt stand er am Waldrand und ließ mich direkt meine Kamera zücken. Besonders gerne arbeite ich mit Schärfe/Unschärfe. Der vordere Teil des Pilzes ist noch scharf, alles was im Vordergrund oder Hintergrund ist schon nicht mehr. Ich bin noch in der Phase, wo ich einmal alles ausprobiere und gucke was mir gefällt. Eins weiss ich schon mal: Pilze im Herbst, das Spiel mit Schärfe/Unschärfe und Makro Aufnahmen haben es mir angetan.
 
 
Das Gebiet um das Hohe Venn (Ternell) und Eupen eignet sich sehr gut um solche Aufnahmen zu machen. Die Wälder sind hier sehr naturbelassen und existieren schon länger, zumindest scheinen sie älter als all das was in der Jülicher Börde und Düren an "Wald" zu finden ist. Bei mir in der Jülicher Börde sucht man dichten ursprünglichen Wald vergeblich. Wenn man dann einen kleinen Flecken Wald gefunden hat, muss man leider feststellen, dass es wenige Pilze, Moose usw. gibt. Entweder wohne ich in der falschen Gegend oder ich habe wohl nicht intensiv genug gesucht. In Ostbelgien ist das ganz anders. Schon nach wenigen Schritten in den Wald hinein kann man in jeder Ecke etwas neues entdecken. Hier ein kleiner Fluss mit moosbewachsenen Steinen, dort ein Moosteppich auf dem kleine Pilze aus dem Boden sprießen. Dreht man sich um sieht man einen alten Baumstamm mit ganz vielen kleinen Pilzen oder große rote Fliegenpilze, denen man lieber nicht zu nahe kommen will.


Benoît und ich stürzten uns direkt auf diesen Baumstamm als wir ihn sahen. Von jeder Seite wurde nun der Pilzbefall für die Nachwelt festgehalten. Wir haben uns echt lange an diesem Motiv aufgehalten ...und nach 15 Minuten habe auch ich schließlich alle Bilder im Kasten gehabt :D
Benoît lachte nur und sagte er hätte nie gedacht, dass ich Pilze so spannend finde. Tja, man kann immer noch überrascht werden :D
In einiger Entfernung hörten wir einen kleinen Bach rauschen. Sofort kam uns die Idee einer Langzeitbelichtung, denn grade fing es an dunkel zu werden- die perfekten Bedingungen für eine solche Aufnahme, denn noch fehlt uns ein Graufilter (ND Filter) mit dem auch Langzeitbelichtungen am Tag möglich wären. Vielleicht eine Idee zu Weihnachten!? :D Und das ist dabei rausgekommen:

Ich liebe diesen Effekt! Meine Einstellungen: f/8    4sek   ISO 100. (natürlich mit Stativ)
Leider ist uns (vielmehr Benoît) ein kleines Missgeschick passiert :P Bei dem Versuch die Verschlusskappe wieder auf das Objektiv der kleinen Sony Nex 7 zu schrauben sprang ihm der Deckel aus der Hand und fiel, wie könnte es anders sein, in den Bach. Alles Suchen und wild im Bach rumstochern half nichts- das Ding war weg :/ Na toll! Doch dies sollte eh unser letztes Motiv für den heutigen Tag werden. Wir machten uns auf den Weg nach Hause und lachten, weil wir ausgerechnet bei unserer letzten Aufnahme den Deckel verloren haben. Wir werden es wohl im Internet einfach neu bestellen. Aber was soll's. Dafür ist das Ergebnis super :)